Erdburg, Gespansburg
Erdburg
Durch Erdwerke (Wälle, Gräben) geschützes Wohngebiet unterschiedlicher Prägung und Größe. Die ersten Erdburgen in Ungarn entstanden Mitte bzw. Ende des 10. Jahrhunderts.
Nach Zsuzsa Miklós.
Korai Magyar Történeti Lexikon (9-14. század). [Lexikon der frühen Geschichte Ungarns (9.-14. Jahrhundert)]. Chefred.: Gyula Kristó. Akadémiai Kiadó. Budapest 1994, 224.
Gespansburg
Die Mehrzahl dieser als Zentren der Gespanschaften dienenden Burgen waren durch holzverstärkte Erdwälle und Gräben befestigte Bauten; nur einige (z.B. Gran, Veszprém) hatten schon zu Anfang Steinmauern. Burgen wurden auf niedrigen Hügeln, an wichtigeren Verkehrsrouten errichtet, ihre Territorium war relativ groß (2-3 ha). Archäologische Grabungsergebnisse und Vermessungen deuten auf zwei Typen hin: ein früher (?) Typ mit größerer Grundfläche und breiteren Wällen und ein späterer (?) Typ mit schmaleren Wällen. Sowohl diese Typen als auch die Datierung der einzelnen Burgen sind im Kreis der Forscher noch umstritten. Die meisten Gespansburgen verloren im Laufe des 12.-13. Jahrhunderts ihre militärische Bedeutung. Nach dem Mongoleneinfall wurde nur ein Teil von ihnen modernisiert, die andern überließ man ihrem Schicksal.
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