CÍMLAP
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INHALTS, VORWORT |
Inhalts
I. Schemnitz
II. Kremnitz
III. Neusohl
IV. Nagy-Bánya
V. Balan bei Domokos in Siebenbürgen
VI. Schmöllnitz
VII. Nagyág
VIII. Das Eldorado Siebenbürgens in der Umgegend von Vöröspatak
IX. Die Detunata
Vorwort
Eine Wanderung durch die Bergbaugegenden Ungarns und Siebenbürgens
ist nicht nur für den Geologen und Bergmann sehr belehrend, sondern sie
bietet auch dem Naturfreund reichen Genuss. Sehr abweichend von dem
gewöhnlichen Vorkommen der edlen Erzgänge in Deutschland, finden sich die
gold- und silberhaltigen Lagerstätten jener Länder vorzugsweise nicht
zwischen den ältesten Gesteinsbildungen und in einförmigen Hochplateaus,
sondern zwischen tertiären Ablagerungen und Grünsteinen, welche, mit
Trachyten verbunden, die älteren Tertiärschichten durchbrochen haben. Wer
sich eingehender darüber zu unterrichten wünscht, findet Gelegenheit dazu
in meinen erst dieses Jahr erschienenen "Erzlagerstätten Ungarns und
Siebenbürgens", zu welchen dieses Heft füglich als eine malerische Zugabe
angesehen werden kann. Die edlen Metallschätze sind also, wie bemerkt, in
diesen Ländern von einer ungewöhnlichen äussern Scenerie überdeckt, die an
sich schon so anziehend erscheint, dass es wahrhaft zu verwundern ist, wenn
sie bisher noch nicht Gegenstand bildlicher Darstellung wurde. Es lässt
sich das nur durch ihre vom grossen Verkehr sehr abgesonderte Lage
erklären. Ausser dem wissenschaftlichen und romantischen ist auch noch ein
nationales Interesse mit diesen Bergorten verbunden. Bunt und mannichfaltig
finden sich bekanntlich in diesen Ostländern des Donaureiches verschiedene
slawische Volksstämme mit Magyaren und Rumänen wechselnd, während wandernde
Zigeuner und sporadische Israeliten das an sich schon reiche Völkergemisch
durchdringen. Dazu kommt aber nun noch, namentlich an allen Bergorten, als
wesentlich das deutsche Element. Es ist diese Erscheinung tief in der
Geschichte des Bergbaues begründet. Die Kunst, metallische Schätze aus dem
tiefen Schoos der Erde auszubeuten und auf die zweckmässigste Weise nutzbar
zu machen, hat sich zuerst in Deutschland wissenschaftlich entwickelt.
Deutschland ist dadurch zur bergmännischen Schule für die ganze Erde
geworden. Wo immer auf diesem Erdenrunde echter Bergbau betrieben wird, da
finden wir auch Spuren deutschen Wesens und deutschen Denkens. Deutsche
Bergarbeiter, deutsche Bergbeamte sind überall gesucht, wo es unterirdische
Schätze zu heben giebt, man ruft sie an den Ural, nach Spanien und Italien,
nach Skandinavien und Afrika, in die südlichen Anden nach Mexiko und in die
Vereinigten Staaten, nach Ostindien und nach Australien; und wo man beim
Bergbau nicht Deutsche findet, da findet man doch wenigstens Schüler
Deutschlands, deutsche Bücher, deutsche Zeitschriften, deutsche
Erfindungen, deutsche Ausdrücke für bergmännische Geräthe und
Verrichtungen, eingebürgert in alle Sprachen der Erde. Auch in den Gegenden,
welche diese Blätter illustriren, begrüsst uns der Walache wie der Ruthene,
der Slowake und der Serbe, der Zigeuner und der Jude, der Armenier und der
Szekler, ja selbst der stolze Magyar mit dem schönen heimischen Gruss
Glück auf! Mit diesem Grusse "fahren wir ein" und "fahren wir aus."
Hoffentlich wird es auch für die Zukunft eine vorzugsweise deutsche Aufgabe
bleiben, die Industrie und die damit stets verbundene Cultur in dem schönen
Donaubecken zur höchsten Blüthe zu bringen. So friedliche Eroberungen
haben keinen gehässigen Beigeschmack; sie unterdrücken nicht fremde
Nationalitäten, sie fördern und heben nur den allgemeinen Wohlstand,
denn die Wissenschaften und ihre wohlthätigen Wirkungen sind nicht das
Privilegium einer Nationalität, sondern das Gemeingut Aller, die sich
dazu berufen fühlen.
Herr Generallieutenant Heinrich v. Jossa, welcher die nachfolgenden
Ansichten ungarischer und siebenbürgischer Bergorte auf einer
wissenschaftlichen Reise durch diese Länder als sehr saubere
Federzeichnungen ausführte, überliess mir dieselben zu beliebiger
Benutzung. Da von den meisten dieser, zum Theil sehr romantisch gelegenen
Orte, gar keine oder doch nur höchst mangelhafte Ansichten zu haben sind,
und da einige derselben überdiess noch ein besonderes wissenschaftliches
Interesse darbieten, so erschien mir deren Veröffentlichung sehr
wünschenswerth. Da ich alle diese Orte, mit alleiniger Ausnahme von
Kremnitz, kürzlich selbst besuchte, so füge ich den Ansichten einige
kurze Erläuterungen bei.
B. v. Cotta.