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CÍMLAP

Chronik des wiederholten Neubeginns, 1867-2001

INHALTS, VORWORT



Inhalts

Gergely Pröhle: Vorwort
Lothar Uebel: Adel, Kunst und Limousinen. Zur Geschichte des Baugrundes der Ungarischen Botschaft
Iván Bertényi jun: Ein Bündnis auf Leben und Tod oder emotionslose Interessensolidarität? Das Deutschlandbild in Ungarn vom Revolutionsjahr 1848 bis zum Ersten Weltkrieg
Pál Pritz: Die ungarisch-deutschen Beziehungen zwischen 1918 und 1945
Gábor Ujváry: "Gelehrtenkloster mit stillem Klostergarten". Die Geschichte des Collegium Hungaricum Berlin (1924-1944)
Balázs Ablonczy: "Deutsche Welt" Oder "Neues Europa"? Das Deutschlandbild der ungarischen politischen Elite zwischen 1933 und 1945
Ádám Mását: Ungarn und die Herausbildung der Beziehungen zu den beiden Deutschen Staaten zwischen 1949 und 1989



Vorwort

Am 11. September 2001 ist die neue Botschaft der Republik Ungarn in Berlin, Ecke Unter den Linden/Wilhelmstraße, unweit vom Brandenburger Tor eröffnet worden. Die Wahl fiel nicht von ungefähr auf diesen Zeitpunkt: vor zwölf Jahren war genau an diesem Tag die ungarisch-österreichische Grenze vor Tausenden damaliger DDR-Bürgern geöffnet worden, die die Freiheit gewählt hatten, anstatt in ihre Heimat zurückzukehren. Diese Öffnung der Grenze im September 1989 war das erste spektakuläre Zeichen dessen, daß sich eine grundlegende Umwälzung im europäischen politischen System ereignet hatte; der politisch-ökonomische Systemwechsel und die Wiedervereinigung Deutschlands gelangten in greifbare Nähe. Nun war die Eröffnung des neuen Botschaftsgebäudes am 11. September die letzte Station dieses Prozesses. Aus diesem Anlaß bringt unser Buch einen Rückblick auf die Geschichte von etwa anderthalb Jahrhunderten.

[...]

Leider wurde aber der 11. September 2001 nicht wegen der Eröffnung der Ungarischen Botschaft in Berlin zu einem denkwürdigen Tag. Die mehreren hundert Teilnehmer des an die Eröffnung angeschlossenen Wirtschaftsforums vernahmen mit Bestürzung die Nachricht vom größten Terroranschlag der Geschichte, bei dem viele Tausende ums Leben gekommen sind. Die seither verstrichenen Wochen haben es klargemacht; die Demarkationslinien der Weltpolitik befinden sich nicht dort, wo sie sich bislang befunden haben. Wie die Öffnung der ungarisch-österreichischen Grenze am 10.-11. September 1989 das Ende der Zweiteilung von Ost und West eindeutig vorweggenommen hatte, so wurde zwölf Jahre später auch jene Tatsache zur eindeutigen Wahrheit, daß die Länder Europas und alle zur freien Welt gehörenden Länder unwiderruflich aufeinander angewiesen sind. Stets begriff sich Ungarn als Bestandteil der freien Welt, was im Laufe der vergangenen zwölf Jahre mit dem Systemwechsel und unserer NATO-Mitgliedschaft auch zur institutionellen Realität geworden ist. Nun sind wir über den politischen Neubeginn hinaus, und das neue Gebäude wird lange Zeit Ungarns Botschaft in Berlin sein. Ein neuer qualitativer Sprung wird mit dem Beitritt unseres Landes zur Europäischen Union erfolgen. Diesen Schritt können wir aber nicht mehr als einen Neubeginn betrachten, zumal ja damit bei aller seiner historischen Wichtigkeit lediglich das institutionalisiert wird, was wir nach wie vor beteuern, nämlich die Zugehörigkeit Ungarns zu Europa und sein Engagement für die Idee der Rechtsstaatlichkeit.

Berlin, im Oktober 2001
Gergely Pröhle


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