CÍMLAP
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INHALT, EINLEITUNG |
Inhalt
Einleitung.
I. Hauptstück. Aufenthalt in Benguela.
II. Hauptstück. Abreise nach Inner-Afrika.
III. Hauptstück. Reise durch das Land Kiakka.
IV. Hauptstück. Reise durch Hambo.
V. Hauptstück. Ankunft in Bíhé.
VI. Hauptstück. Ansiedelung in Bihé.
VII. Hauptstück. Die Kimbunda Nation und ihre Gebräuche.
VIII. Hauptstück. Fortsetzung des vorigen Abschnittes.
IX. Hauptstück. Spezielle Beschreibung der Kimbunda-Länder
Anhang.
I) Allgemeine Bemerkungen 'zur statistisch-topographischen Beschreibung der Kirnbunda-Länder und zu der dein Werke beigegebenen Karte
II) Die Bodengestaltung und die Fluss-Systeme der Kirnbunda-Länder
III) Bemerkungen über die Schiffbarkeit der Flüsse und über die mögliche Zivilisirung der Völker in den Kimbunda-Ländern
IV) Die Sprache der Kimbunda
V) Vorbereitungen zur Reise in die Binnenländer
Einleitung
Nachdem die Flotte der Argentinischen Union, in welcher ich als Lieutenant
diente, im Kriege gegen die Republik Banda Oriental d' Uruguay, mit Hilfe
auswärtiger Mächte, in den Gewässern des La-Plata Stromes vernichtet worden
war, und die Angelegenheiten des von wüthenden Faktionen bis in seine
Grundfesten erschütterten und von fortwährenden Revolutionen durchwühlten
Landes sich immermehr verschlimmerten: so konnte ich mir für einen längern
Aufenthalt daselbst nichts Gutes, für die Zukunft keinen Ruhm und Vortheil
versprechen, deshalb entsagte ich meiner Stelle und begab mich nach
Brasilien. Hier verweilte ich beinahe ein ganzes Jahr, ohne einen
bestimmten Zweck zu haben; endlich erwachte in mir wieder der Trieb zum
Handeln, und ich begab mich an die Westküste von Afrika. Hier beschäftigte
ich mich zwei Jahre lang mit der Seefahrt längs der Küste; während dieser
Zeit sammelte ich mir einige Kenntnisse über die Lage, über die physischen
Verhältnisse und Völkerschaften der Küstenstriche. Aber das ungünstige
Klima untergrub so sehr meine Gesundheit, dass ich sie nur unter einem
ändern Himmelsstriche herzustellen hoffen konnte; deshalb segelte ich 14
Grade weiter nach Süden, und am 9. Dezember 1848 landete ich in der Bucht
von Benguela.
In Folge der grossen Gastfreundschaft, womit hier die Fremden im
Allgemeinen empfangen werden, wurde ich bald mit den vornehmern Bewohnern
der Stadt bekannt, und zwar um so schneller und leichter, weil ich mit der
Sprache und den Sitten der Portugiesen vertraut war. Ich konnte mir also
binnen Kurzem genügende Kenntnisse von den Lokalverhältnissen verschaffen;
in den geselligen Kreisen, wo man mit Offenherzigkeit die Ereignisse zu
besprechen pflegt, hatte ich hinlängliche Gelegenheit zu erfahren, dass die
Bewohner des Landes Bihé in Inner-Afrika, wenngleich unabhängige Heiden,
dennoch in Folge ihres sehr ausgedehnten Verkehres mit den im Innern
wohnenden Völkerschaften, gewissermaassen Kosmopoliten geworden seien,
und den Fremdling leicht in ihren Schooss aufnehmen.
Von einer natürlichen Neigung angeregt hatte ich schon längst den Wunsch
gehegt, Inner-Afrika zu durchforschen; aber der Gedanke, dass die
Ausführung dieses Zweckes grosse Kosten und Opfer heische, die meine Kräfte
weit übersteigen, hatte mir wenig Hoffnung gelassen, diesen Wunsch je
befriedigen zu können. Nun aber hörte ich von erfahrenen Männern, dass ich
in Gesellschaft der in regelmässigen Zeitabständen von Bihé nach Benguela
und zurück reisenden Karavanen in jenes Land nicht nur mit ziemlicher
Sicherheit, sondern auch mit mässigen, mein Vermögen nicht übersteigenden
Kosten gelangen könnte, und dass ich dann in Bihé mit den Waaren, die ich
etwa mitbrächte, einen einträglichen Tauschhandel treiben und auf diese
Weise mir leicht die notwendigen Kosten zur Weiterreise verschaffen könnte,
um in Begleitung der weiter in's Innere reisenden Karavanen auch die fernem
Länder zu bereisen. Dies Alles war mir ganz recht, und ich überzeugte mich,
dass kein materielles Hinderniss die Ausführung meiner Absicht vereiteln
würde; nun traten mir aber andere Bedenken in den Weg und verzögerten
meinen Entschluss.
Was kann ich mit einem solchen Opfer der gebildeten Welt nützen? Mir
gebricht es an den erforderlichen Kenntnissen und der wissenschaftlichen
Befähigung, um das Wahrgenommene, und besonders die naturhistorischen
Gegenstände wissenschaftlich und genau schildern zu können, und so mag es
leicht kommen, dass alle meine Bemühungen fruchtlos bleiben. Doch
andererseits dachte ich wieder: auch der löbliche Vorsatz, etwas Nützliches
zu leisten, wird bei meinen Lesern Theilnahme und Würdigung finden, und die
treue Aufzeichnung der geographischen Erfahrungen dürfte den erwähnten
Mangel einigermaassen ersetzen; und endlich wie mangelhaft und von welch
geringem Werthe auch mein Reisewerk werden möge, so wird es doch nicht
gänzlich ohne Nutzen sein; es wird dennoch die Länder- und Völkerkunde
einigermaassen befördern. Der Gedanke an die Gefahren, denen ich mich
während der Reise aussetzen werde, konnte auf meinen Entschluss keinen
entscheidenden Einfluss ausüben; ich hatte schon oft und lange mein Leben
für einen geringen Vortheil, oder für einen vergänglichen Ruhm in die
Schanze geschlagen, sollte ich dies nicht um so mehr eines so edlen Zweckes
halber thun dürfen? Ich fasste also den Entschluss, die erste Gelegenheit
zu benutzen, in's Innere, nach Bihé zu reisen. Dort wollte ich mich
ansiedeln und zuvörderst mit den unter den Negern vorzüglich herrschenden
Sprachen und ihren Sitten vertraut machen, um alsdann zur Ausführung meiner
weitern Pläne zu schreiten. - Auf diese Weise habe ich nun meinen alten
Wunsch in viel grösserm Maasse befriedigt, als ich selbst hoffen durfte.
Während meines neunjährigen Aufenthaltes in Afrika war ich beinahe
fortwährend auf Reisen; theils begleitete ich auf ihren Reisen die
regelmässigen Karavanen, theils zog ich einher mit den weithin
herumschweifenden Elephantenjägern, oder mit meinen zahlreichen Dienern.
So habe ich Süd-Afrika in verschiedenen Richtungen bereist, und mich in
verschiedenen Gegenden des Innern eine längere Zeit aufgehalten. Die von
mir bereisten und erforschten Länder erstrecken sich zwischen dem 3. und
20. Grad S. B. und zwischen dem 12. und 27. Grad Oe. L. (von Greenwich). Es
ist wahr, ich habe meine Reisen mit mehr materiellem als geistigem Vortheil
gemacht; denn wegen meinen geringen Kenntnissen bin ich nicht im Stande,
die wahrgenommenen Gegenstände wissenschaftlich zu beschreiben. Ich konnte
auch von den beobachteten Natur-Objekten keine grössere Sammlung zu Stande
bringen; doch von der Last des Vorwurfes, der mich deshalb treffen könnte,
dürfte mich schon der Umstand befreien, dass ich durchaus keine Mittel
hatte, eine solche Sammlung durch die ausgedehnten Wüsteneien weiter zu
schaffen.
Ich habe kein auf Süd-Afrika bezügliches Reisewerk bei der Hand; deshalb
bestrebte ich mich nur meine eigenen Erlebnisse und Beobachtungen in
schlichter und treuer Weise zu schildern, so wie ich es vermochte. Auf
meinen Wanderungen habe ich mit besonderer Sorgfalt getrachtet, die wahren
Benennungen und die geographische Lage der verschiedenen Länder, sowie auch
die politischen und statistischen Verhältnisse, die ethnographische
Vertheilung, die Sitten und Gebräuche der verschiedenen Völker zu
erforschen, und dies konnte ich um so leichter thun, weil ich die Sprache
der Eingebornen verstehe. Eine grosse Sorgfalt verwendete ich ferner auf
die hydrographischen Verhältnisse, und bestrebte mich die Quellen, den Lauf
und die Mündungen der Flüsse ihrer Lage nach zu bestimmen, und dieses, so
wie auch andere erwähnenswerthe Eigenschaften derselben aufzuzeichnen.
Von Zeit zu Zeit machte ich auch meteorologische Beobachtungen. Endlich
theile ich noch einige Proben mit, welche als Beiträge zur Kenntniss der
verschiedenen afrikanischen Idiome dienen können. Alle meine Mittheilungen
schöpfe ich theils aus den eigenen Erfahrungen, theils aus den Berichten
der Eingebornen.
Das Werk ist in drei Theile getheilt: der erste Theil enthält nebst dem
Tagebuche meiner Reise nach Bihé die physische, politische und sozielle
Beschreibung der verschiedenen Kimbunda Länder, welche zwischen dem 8. und
15. Grad S.B. und zwischen dem 11. und 19. Grad Oe. L. liegen; der zweite
Theil behandelt die verschiedenen Mun-ganguella Länder zwischen dem 3. und
11. Grad S. B. und zwischen; dem 19. und 27. Grad Oe. L.; endlich der
dritte Theil behandelt die Mombuella-Länder, welche sich zwischen den
erwähnten Längegraden bis jenseits des 20. Grades S. B. erstrecken.
Oft hatte ich Gelegenheit mich zu überzeugen, dass die vorhandenen Karten
von Süd-Afrika sehr mangelhaft seien; die Namen und die geographische Lage
der Länder fehlen entweder ganz, oder sind falsch angegeben; so sind auch
die Flüsse entweder noch ganz, oder doch dein grössten Theil ihres Laufes
nach unbekannt. Zur Beseitigung dieser Mängel und Fehler, und zugleich zur
Orientirung für den Leser schliesse ich jedem Bande meines Werkes eine, wie
ich hoffe, vollständigere und richtigere Karte bei, worin die in dem Bande
beschriebenen Länder dargestellt sind.
Der Verfasser.