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CÍMLAP

Vajay Szabolcs

Der Eintritt des ungarischen Stämmebundes in die europäische Geschichte (862-933)

INHALT, KLAPPENTEXT



Inhalt

Vorwort

I. Von der Wolga bis zum Wienerwald (822-881)
II. Die Trümmer der Karolinger-Welt
III. Die Landnahme (894-900)
IV. Der Weg nach Italien und die Verfeindung mit Bayern (899-902)
V. Árpáds Machtübernahme und Friede mit Italien (903-904)
VI. Die Grenze an der Enns (907)
VII. Die Ungarn und das Reich (907-911)
VIII. Deutscher Zwiespalt und Ungarnnot (911-918)
IX. Vom zerrissenen Frankreich zum unruhigen Italien (917-921)
X. König Heinrichs Aufstieg und Kaiser Berengars Niedergang (919-924)
XI. Durch Frankreich bis an die Pyrenäen (924)
XII. Vom Sachsenfrieden zum Reichsfrieden mit Zwischenspiel in Frankreich (924-927)
XIII. Mit dem Papst verbündet (926-929)
XIV. Rückblick und Schlußwort

Zeittafeln
Quellen
Literaturverzeichnis
Register
Illustrationen
Landkarte
Genealogische Tafeln


Klappentext

Dieses Buch des international bekannten ungarischen Geschichtsforschers und Genealogen füllt eine empfindliche Lücke in der Frühmittelalterforschung aus. Die Ungarnzüge des ausgehenden 9. und beginnenden 10. Jahrhunderts sind zwar nicht unbeachtet geblieben, doch hat sich die Geschichtsschreibung mit ihnen bisher nur im regionalen Rahmen befaßt, soweit sie die mährische (Graus), bayerische (Reindel), sächsische (Waitz, Erdmann), schwäbische (Weller), italienische (Fasoli, Hiestand), lothringische (Hlawitschka), burgundische (Poupardin, Chaume) und aquitanische Geschichte (Auzias) im 9. und 10. Jahrhundert berührten. Diese Sichtweite, die freilich von den Quellen her nahegelegt wird, bewirkte, daß die erstaunlich weiträumigen Expeditionen der heidnischen Ungarn als bloße Raub- und Plünderungszüge angesprochen wurden, als unbedeutende, planlose Störungsversuche, die vom Südosten her in das sich formierende mittelalterliche Abendland vorgetragen wurden.

Dr. de Vajay macht demgegenüber zum erstenmal deutlich, daß die Ungarn der Frühzeit über eine gut-disziplinierte Reitertruppe verfügten, deren blitzschnelle Überraschungsaktionen und kriegerische Unternehmungen von einer bewußt planenden und politisch geschickt operierenden Führung gelenkt wurden. Von ihrem ersten Auftreten um die Mitte des 9. Jahrhunderts in Ostmitteleuropa an waren die Ungarn begehrte, da äußerst vertragstreue Bundesgenossen, die bei allen Machtkämpfen in der abendländischen Welt die oft entscheidende Rolle spielten, so bei der Vernichtung des Großmährischen Reiches, in den Selbständigkeitsbestrebungen des bayerischen und des schwäbischen Herzogs, im raschen Wechsel der Anwärter auf die Herrschaft in Italien, bei der Verfestigung der burgundischen Herrschaftszone und sogar bei der innerfranzösischen Auseinandersetzung zwischen den Karolingern und den Robertinern. Dank ihrer geographischen Situation und ihrer militärisch-taktischen Überlegenheit waren die Ungarn in der gleichen Zeit imstande, die Auseinandersetzung des byzantinischen Reiches mit dem machtvollen Bulgarenstaat zugunsten des oströmischen Kaisers zu entscheiden.

Die erregende Darstellung der Verflechtung des gerade erst in seinem Heimatland seßhaft gewordenen Ungarnvolkes in die gesamtabendländische Politik im 9. und 10. Jahrhundert ist glücklicherweise von einem ungarischen Historiker geschrieben worden, der es meisterhaft versteht, die teilweise durch die Legende überwucherten spärlichen Quellen der ungarischen Frühzeit in das Gesamtbild einzubeziehen. Daß Dr. de Vajay dankenswerterweise sein Buch in deutscher Sprache veröffentlicht, wird man als dem Gegenstand adäquate Entscheidung des Autors begrüßen dürfen, da die internationale Rolle der Ungarn und ihr erster Beitrag zur Bildung des mittelalterlichen Europa nur so der internationalen Gelehrtenwelt nahegebracht werden kann.


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