FEKETE TÁBLÁRA FEHÉR KRÉTÁVAL ÍRUNK   Magdalena HODONYI - Ickler   


– ANGST-GEN ENTDECKT –

Wissenschaftlerin: Ängste liegen in der Familie

Münster – Deutsche Wissenschaftler haben eines der Hauptgene ausfindig gemacht, die die Anfälligkeit für Ängste steuern. „Wir haben jetzt ein Gen gefunden, das ausgesprochen spannend ist, weil es sowohl bei Tieren als auch bei Menschen für Angst eine Rolle zu spielen scheint”, sagt die Psychiaterin Prof. Katharina Domschke vom Universitätsklinikum Münster.

Im Fokus steht das Gen für den Neuropeptid-S-Rezeptor. „Neuropeptide sind kleine Nerven-Botenstoffe, die indirekt das Zusammenspiel von mehreren Nerven-Botenstoff-systemen wie Serotonin und Adrenalin beeinfl ussen”, so Domschke. Schalte man diesen Rezeptor in einer Maus aus, werde das Tier ängstlicher. Das funktioniere auch umgekehrt. „Wenn man den Mäusen Neuropeptid S verabreicht, haben sie viel weniger Angst.” Die Expertin betont, dass allerdings zwischen


normaler Angst und Erkrankung unterschieden werden muss. Durch normale Angst könne der Mensch im Notfall mit Kampf oder Flucht reagieren. „Es wird dann patholo gisch, wenn die Angst zu lange dauert oder in Situationen auftritt, die eigentlich nicht gefährlich sind, die Angst einen im Alltag behindert und man einen Leidensdruck hat.” Das Spektrum reiche von Phobien bis hin zu Panikattacken und der Scheu vor sozialen Kontakten.

„Man weiß schon seit über 50 Jahren, dass Ängste in der Familie liegen”, sagt Domschke. Eltern, Kinder oder Geschwister eines Patienten mit Angsterkrankung hätten ein drei – bis sechsfach erhöhtes Erkrankungsrisiko im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung. „Neu ist, dass man genau schauen kann, welche Mutationen bei Angsterkrankten signifikant häufiger vorkommen.”
dpa
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