Quelle & Deutung IV
INHALTSVERZEICHNIS, VORWORT
Inhaltsverzeichnis
Gabriella Sós (Budapest): O Maria rozen rot / wie bitter ist der Toht... Zur mündlichen und schriflichen Überlieferung nichtkanonischer volkstümlicher Gebete in einer ungarndeutschen Dorfgemeinschaf
Silvia Hufnagel (Wien): Projektbericht "Alt und neu": Titelseiten von isländischen Psalmliedhandschrifen
Maria Stieglecker (Wien): Zu deuʃchs ze machen zu merer andacht der ʃweʃtern... Der Klosterneuburger Codex 845: eine kodikologische Annäherung
Katrin Janz-Wenig (Wien): Zu deuʃchs ze machen zu merer andacht der ʃweʃtern... Der Klosterneuburger Codex 845: eine inhaltliche Annäherung mit einer Edition der 'Predigt nach der Fußwaschung' des Peter Eckel von Haselbach
Christine Glaßner (Wien): Der Wiener Bürger Stephanus Lang als Kompilator eines lateinisch-deutschen 'Memento mori'
Irina von Morzé (Wien): Ein Meißner Rechtsbuch aus Mähren: ÖNB Cod. 14869
Viktória Muka (Budapest): Zur Überlieferungsgeschichte von Jacob Bohrs Der geistliche Glückshafen in den Handschrifen auf dem Heideboden
Vorwort
Nach dem zwar ausnahmsweise ohne Quelle und Deutung-Konferenz vergangenen, jedoch in eifriger organisatorischer Hintergrundarbeit zugebrachten Jahr 2017 findet am 19. April 2018 die nunmehr fünfe Tagung der Reihe Quelle & Deutung zur Erforschung deutschsprachiger Handschrifen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit am Eötvös-József-Collegium der ELTE Budapest statt - ein Anlass, zu dem gemäß unserer bisher etablierten herausgeberischen Praxis allen interessierten Leserinnen und Lesern hiermit auch der nächste, vierte Sammelband der vom Germanistischen Seminar des Collegiums begründeten Reihe mit diesmal sieben Beiträgen der 2016er Tagung vorgelegt werden soll.
Dies ist insgesamt leider um einen Text weniger als ursprünglich geplant und für die Veröfentlichung in der vorliegenden Sammlung vorgesehen: Wir trauern um die von uns geliebte und in menschlicher, pädagogischer und fachlicher Hinsicht gleichermaßen hoch geschätzte, liebenswürdige und lebensfreudige Kollegin Dr. Tünde Radek, Oberassistentin am Lehrstuhl für Deutschsprachige Literaturen des Germanistischen Instituts der ELTE, die im November 2017 im Alter von 49 Jahren unerwartet von uns gegangen ist - ihr zweites und zugleich letztes Q&D-Referat mit dem Titel Die deutschsprachigen Handschriften der Weltchronik des Johannes de Utino (†1366) und seiner Fortsetzer im Spiegel der zusätzlichen Einträge wird im Druck bedauerlicherweise nicht mehr erscheinen können. Für ihr Engagement bei unseren Veranstaltungen und das durch sie verkörperte Lebensprinzip soll Tünde an dieser Stelle in stiller Trauer nochmals von Herzen gedankt und ihr ein ehrendes Andenken bewahrt werden.
Für das Zustandekommen des neuen Bandes haben wir uns in erster Linie wieder einmal bei den sieben österreichischen und ungarischen Referentinnen der am 23. November 2016 in der Paepcke-Borzsák-Bibliothek des Collegiums veranstalteten Tagung zu bedanken, die bereit waren, ihre aktuellen, ein breites und fundiertes interdisziplinäres Fachwissen voraussetzenden Forschungsergebnisse aus einzelnen Teilbereichen der kodikologischen, paläographischen, philologischen und kunsthistorischen Erforschung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher deutschsprachiger Handschrifen zu präsentieren, uns ihre Manuskripte zur Verfügung zu stellen und auch die nicht selten lästige Bürde gewissenhafer Korrekturen der Beiträge auf sich zu nehmen.
Ähnlich den bisherigen Bänden der Reihe zeichnet sich auch die hiermit vorgelegte Sammlung durch eine große und gleichzeitig wieder einmal ertragreiche thematische Vielfalt aus. Die breite Palette der betrofenen Teildisziplinen und der einzelnen Forschungsschwerpunkte erstreckt sich über den weiten Bogen der Textüberlieferungsaspekte vom Mündlichen über die nicht zu unterschätzende Rolle des Schrifträgers hinaus bis hin zur Aufbereitung, Edition und Analyse von tradierten Texten, wobei nicht nur Druckwerke und deren Einfluss auf die Handschrifentradition in gleich mehreren Studien im Fokus des Interesses stehen, sondern auch die Relevanz der formal- ästhetischen Gestaltung mittelalterlicher bis neuzeitlicher Handschrifen angesprochen wird.
Wort und Schrif, Handschrifliches und Gedrucktes, Textkörper und Textgestaltung, Sakrales und Säkulares, Inhalte, Gehalte und Formen: Die Beiträge des Bandes ermöglichen uns wieder eine besonders spannende, amüsante und abwechslungsreiche Reise durch Zeit und Raum - zeitlich zwischen dem 15. und 20. Jahrhundert europäischer Schreib- und Schriftradition von Süd- und Nordwestungarn über Österreich, Mähren und Sachsen wieder einmal bis nach Island hin.
Neben sämtlichen Referentinnen und Referenten der Tagungsreihe sind wir der Mentorin und Betreuerin von Paläographie-Projekten des Germanistischen Seminars am EC Frau Dr. Christine Glaßner, Leiterin der Abteilung Schrif- und Buchwesen des Instituts für Mittelalterforschung der ÖAW, für ihre nachhaltige fachliche Unterstützung unserer Projekte weiterhin zu innigstem Dank verpflichtet. Ebenso herzlich darf ich mich im Namen aller Beteiligten - nicht nur der Vortragenden, sondern auch des interessierten Publikums der Symposien, sowie im Namen der Collegiumsleitung - bei den ÖKF-Direktorinnen Frau Dr. Susanne Bachfischer (bis 2017) und Frau Mag. Regina Rusz (ab 2017) sowie allen ÖKF-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Förderung unserer wissenschaflichen Veranstaltungen - Tagungen, Buchpräsentationen und Forschungsseminare - durch das Österreichische Kulturforum Budapest bedanken. Aufrichtigen Dank schulden wir schließlich nach wie vor Prof. Dr. András Vizkelety für seine beehrende Beteiligung bei den Konferenzen sowie seine freundliche und zuvorkommende Mitwirkung bei der Präsentation der neuen Q&D-Tagungsbände.
Zu guter Letzt sei an dieser Stelle Herrn Dr. Nikolaus Czifra, Frau Dr. Maria Theisen und Frau Mag. Irina von Morzé gedankt, die im Februar und im Dezember 2017 im Rahmen von zwei Blockveranstaltungen der Opusculum-Projektseminarreihe für Studierende des Germanistischen Seminars am EC in sowohl pädagogischer wie auch fachlicher Hinsicht hochwertige Einführungskurse zur Paläographie und Kodikologie bzw. zur Buchmalerei deutsch- und lateinischsprachiger Handschrifen des Mittelalters gehalten und hierdurch zur Verbreiterung des Erfahrungs- und Wissenshorizonts der Studierenden unserer Werkstatt wesentlich beigetragen haben.
In aufrichtiger Vorfreude auf unser fünfes Q&D-Symposium im April 2018 und den diesem als "Selbstläufer" wohl ebenfalls bald folgenden Tagungsband omnibus lectoribus salutem dico plurimam.
Budapest, den 14. März 2018
Balázs Sára