Schafarzik Ferenc
Detaillierte Mitteilungen über die auf dem Gebiete des ungarischen Reiches befindlichen Steinbrüche
INHALT, VORWORT
Inhalt
VORWORT VON JOHANN BÖCKH
EINLEITUNG DES VERFASSERS
ALLGEMEINER PETROGRAPHISCHER TEIL
Kristallinischer Kalkstein (weißer Marmor)
Dichter Kalkstein
Grobkalk
Kalktuff (Travertino)
Magnesit
Dolomit
Gyps
Granit
Syenit
Phonolith
Diorit und Granodiorit
Quarzporphyr, Porphyr, Quarztrachyt (Rhyolith-Liparit), Trachyt
Quarzporphyrit, Porphyrit, Quarzandesit (Dazit), Andesit
Agalmatolith
Diabas, Melaphyr, Basalt
Gabbro
Peridotit
Serpentin
Kristallinischer Schiefer
Steatit (Speckstein)
Tonschiefer
Eruptive Gesteinstuffe
Gesteine der Kieselsäure
Schotter, Sand, Konglomerat, Sandstein
Literatur
DETAILANGABEN ÜBER DIE AUF DEM GEBIETE DER LÄNDER DER UNG. KRONE BEFINDLICHEN STEINBRÜCHE
1. Kom. Abaúj-Torna (1-62)
2. " Alsó-Fehér (63-87)
3. " Arad (88-131)
4. " Árva 132-149)
5. " Baranya (150-222 u. 2252)
6. " Bars (223-240 u. 2239)
7. " Kom. Bereg (241-285)
8. " Besztercze-Naszód (286-298)
9. " Bihar (299-328 u. 2244, 2286, 2292)
10. " Borsod (329-409)
11. " Brassó (410-422)
12. " Csík (423-448)
13. " Esztergom (444-475)
14. " Fejér (476-521)
15. " Fogaras (522-528)
16. " Gömör (529-594 u. 2221, 2256, 2270, 2279, 2282, 2285, 2287, 2296)
17. " Győr (595-609)
18. " Háromszék (610-652)
19. " Heves (653-694)
20. " Hont (695-738 u. 2254, 2299)
21. " Hunyad (739-774 u. 2232, 2236, 2261-2)
22. " Kolozs (775-811 u. 2259)
23. " Komárom (812-821 u. 2226, 2229-30, 2234, 2241, 2249, 2255, 2267, 2275, 2290, 2297)
24. " Krassó-Szörény (822-916 u. 2246-8, 2265-6, 2268)
25. " Liptó (927-921)
26. " Máramaros (912-949)
27. " Maros-Torda (950-953)
28. " Moson (954-973)
29. " Nagy-Küküllő (974-982)
30. " Nógrád (983-1105)
31. " Nyitra (1106-1220)
32. " Pest-Pilis-Solt-Kiskun (1221-1303)
33. " Pozsony (1304-1381)
34. " Sáros (1382-1464)
35. " Somogy (1465)
36. " Sopron (1466-1491)
37. " Szatmár (1492-1532)
38. " Szeben (1533-1556)
39. " Szepes (1557-1580)
40. " Szilágy (1581-1619)
41. " Szolnok-Doboka (1620-1681)
42. " Temes (1682-1695)
43. " Tolna (1696-1698)
44. " Torda-Aranyos (1699-1709)
45. " Trencsén (1710-1805)
46. " Turócz (1806-1831)
47. " Udvarhely (1832-1841)
48. " Ugocsa (1842-1863)
49. " Ung (1864-1893)
50. " Vas (1894-1903)
51. " Veszprém (1904-1979)
52. " Zala (1980-2088)
53. " Zemplén (2089-2163)
54. Kom. Zólyom (2164-2218)
55. " Fiume (2219-2220)
Nachträge zu den ungarischen Komitaten (2222-4, 2 227-8, 2231, 2233, 2235, 2237-8, 2240, 2242-3 , 2245, 2250-1, 2253, 2257-8, 2260, 2263-4, 2269, 2271, 2274, 2276-8, 2280-1, 2283-4, 2288-9, 2291, 2293-5, 2298, 2300-5)
56. " Kom. Bjelovár-Križevci (Belovár-Kőrös) (2306-2318)
57. " Lika-Krbava (2319-2339)
58. " Modruš-Rieka (Modrus-Fiume) 2340-2369)
59. " Požega (Pozsega) (2370-2390)
60. " Sriem (Szerém) (2391-2416)
61. " Varaždin (Varasd) (2417-2446)
62. " Virovitica (Verőcze) (2447-2455)
63. " Zagreb (Zágráb) (2456-2515)
Vorwort
Zur Grundlage unseres Wohles, unserer nationalen Wohlhabenheit, sowie alles weiteren dessen, was hieraus entspringt, ist es erforderlich, daß wir alles gehörig ausnützen und verwerten, was uns die Muttererde bietet.
Um diesbezüglich richtig Vorgehen zu können, müssen wir vor allem das kennen, über was wir verfügen, namentlich was jener Teil unserer Erdrinde enthält, welcher das Gebiet unseres Vaterlandes bildet und welchen wir mit Stolz den unserigen nennen.
Insofern es sich hier um Gesteinsprodukte handelt, gehört es zu den Aufgaben der kgl. ungar. Geologischen Reichsanstalt, hierauf Antwort zu geben und es sind eben die geologischen Aufnahmen des Reiches berufen, dazu bei Klarstellung der wissenschaftlichen Tatsachen auch auf die obigen praktischen Fragen volles Licht zu werfen.
Gewiß ist die Bedeutung nicht in Abrede zu stellen, welche die verschiedenen Gesteine, über welche ein Land verfügt, auf dessen ganze Entwickelung besitzt, sie bilden einen großen Schatz, den hier die Natur den einzelnen Ländern gegeben, nur muß dieses Geschenk auch entsprechend ausgenützt werden.
Wenn wir einen Blick auf die geologische Karte Ungarns werfen, so tritt uns ein recht buntes Bild vor die Augen und es ist gewiß ein gar Mannigfaltiges, das die Erdkruste unseres Vaterlandes bildet.
Dem Ackerbaue unseres Vaterlandes dienen vor allem unsere ebenen und hügeligen Gegenden, für das Forstwesen und die Viehzucht bietet sich in unseren bergigeren Gebieten ebenfalls genug Raum. Ferner gibt es zwar noch Teile, welche für die vorerwähnten Zwecke nicht geeignet sind, die aber eventuell ebenfalls dienstbar gemacht werden können, ja sogar mit Nutzen, wenn bergmännischer und anderer gewerblicher Fleiß, gepaart mit Fachkenntnis die Sache in die Hand nimmt. Alle diese Zweige müssen somit, in Anbetracht ihrer Wichtigkeit, mit gleichmäßiger Aufmerksamkeit verfolgt und ihnen auch gleichmäßig gedient werden.
Die kgl. ungar. Geologische Reichsanstalt, wiewohl sie sich vom Anfang her vor den Anforderungen des praktischen Lebens sowie vor deren Berechtigung und Wichtigkeit nicht verschlossen hat, konnte seiner doppelten Aufgabe, d. i. der Wissenschaft und mit dieser Hand in Hand auch den Anforderungen des Lebens zu dienen, naturgemäß nur in dem Maße in aufsteigender Richtung entsprechen, in welchem die Anstalt selbst erstarkte, die ihr zur Verfügung gestellten Arbeitskräfte und materiellen Mittel sich vermehrten und der früheren stiefmütterlichen Unterbringung der Anstalt gründlich abgeholfen wurde.
Es entging keineswegs der Aufmerksamkeit der Anstalt die große volkswirtschaftliche Wichtigkeit der mineralischen Kohlen und des Torfes; zeugen doch am besten dafür jene Werke, welche wie z. B. das unter dem Titel: "Die Mineralkohlen der Länder der Ungarischen Krone" von Alexander v. Kalecsinszky, Chefchemiker der Anstalt, oder aber das unter dem Titel: "Die Torflager der siebenbürgischen Landesteile" von Dr. Georg Primics erschienen sind und sich mit diesem Gegenstände befassen und die von der Anstalt geplant, zustande gebracht und publiziert wurden.
Schon vor langem richteten wir unsere Aufmerksamkeit auch auf jenen öffentlichen Schatz, welcher in anderen verwertbaren Gesteinen enthalten ist, und waren wir auch bisher nach Kräften bestrebt in unseren Sammlungen durch Zusammenstellung und Beschreibungen derselben, die allgemeine Aufmerksamkeit hierauf zu lenken und für die betreffenden Industrien ein neues Schaffungsfeld vorzubereiten.
Als Ausfluß dessen haben wir in der Reihe unserer Ausgaben noch im Jahre 1885 das Werk: "Mű- és építőipari tekintetben fontosabb magyarországi kőzetek részletes katalógusa. A magy. kir. Földtani Intézet megbízásából összeállították Gesell Sándor és Schafarzik Ferencz intézeti tagok" (Detaillierter Katalog über die für die Kunst- und Baugewerbe wichtigeren ungarländischen Gesteine. Im Aufträge der kgl. ungar. Geologischen Anstalt zusammengestellt von den Anstaltsmitgliedern Alexander Gesell und Franz Schafarzik) ediert und damit den Anfang auf diesem Gebiete gemacht.
Es sind nun nahezu zwanzig Jahre, daß diese Publikation erschien und haben sich seither, dank der geologischen Aufnahme des Reiches und dem Materiale unserer Sammlungen, nicht nur unsere einschlägigen Kenntnisse vermehrt, sondern es breitete sich auch die Inanspruchnahme unserer Gesteine und die zur Gewinnung derselben effektuierten Aufschlüsse aus.
Es erscheint somit zeitgemäß und zweckmäßig unsere hier in Frage kommenden Gesteine und deren Registrierung aufs neue vorzunehmen und nach Maßgabe unserer heutigen Kenntnisse aufzuarbeiten und zu veröffentlichen.
Nachdem jedoch unsere geologischen Detailaufnahmen, bei dem riesigen Umfange der zu bewältigenden Arbeit heute noch nicht das ganze Gebiet unseres Vaterlandes umfassen, wir aber hinsichtlich der in bauindustrieller und dekorativer Hinsicht wichtigeren Gesteine ein je vollkommeneres Bild bieten wollten, dies aber im vorliegenden Falle nur mit der behördlichen Unterstützung wenigstens annäherungsweise erreichbar schien, wendeten wir uns noch im Monate April 1895 an den damaligen Ackerbauminister Grafen Andor Festetics von Tolna mit der Bitte, unser gemeinnütziges Bestreben seitens der Komitats- und städtischen Behörden unterstützen zu lassen und diese zur Einsendung der nötigen Materialien und Daten aufzufordern.
Der von Sr. Exzellenz gewährte Beistand war auch von entsprechendem Erfolge und hiermit erfülle ich nur eine angenehme Pflicht, indem ich nicht nur Sr. Exzellenz dem erwähnten Herrn Minister, sondern auch dem jederzeit unterstützungsbereiten Nachfolger seines Portefeuilles Sr. Exzellenz dem wirk. Geheimrate Dr. Ignaz Darányi von Pusztaszentgyörgy und Tetétlen für die wirkungsvolle Unterstützung und unter einem auch den zahlreichen Sammlern und Einsendern der Materiale für ihre Beihülfe hiermit den verbindlichen Dank der Anstalt ausdrücke.
Mit der Bestimmung des auf diese Weise in großer Menge eingelangten Materiales, sowie mit der Aufarbeitung der Daten habe ich das Mitglied der Anstalt, den kgl. Bergrat Dr. Franz Schafarzik betraut, welcher schon bei der Zusammenstellung des im Jahre 1885 edierten Kataloges mit großer Sachfreudigkeit und Eifer vorgegangen ist und von dessen Fachkenntnis ich auch im gegenwärtigen Falle das Beste erwartete.
Auf die bei der Zusammenstellung des Werkes aufgetauchten Hindernisse und Schwierigkeiten hat der Verfasser selbst schon hingewiesen und so möchte ich nur noch meiner Freude darüber Ausdruck geben, daß das Werk trotz allemdem nunmehr fertiggestellt ist, und gleichzeitig Gelegenheit nehmen, dem tüchtigen Verfasser nebst meinem Danke, meine besten Glückwünsche auszusprechen.
Ich wünsche, daß das jetzt zur Ausgabe gelangende Werk der Entfaltung der für unser Vaterland so wichtige Steinindustrie in eben solchem Maße dienen möge, als sich der Verfasser mit deren Beschreibung und Zusammenstellung bemüht hat.
Budapest, am 24. Februar 1901.
Johann Böckh,
Ministerialrat, Direktor der kgl. ungar.
Geologischen Reichsanstalt